Geschichte des Kultur- und Heimatkreises Bleckede und Umgebung e.V.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse aus der Geschichte des Vereins.

Die Jahre 1955 bis 1960

Central-Hotel Bleckede
Das Central-Hotel in Bleckede

Der Kultur- und Heimatkreis Bleckede und Umgebung e.V. wurde am 24. November 1955 gegründet. Die Gründungsversammlung fand im Central-Hotel statt. Es trugen sich sofort 93 Mitglieder in die ausliegenden Listen ein. Die Mitgliederzahlen entwickelten sich binnen kürzester Zeit sehr erfreulich so daß der Verein bereits im Januar 1956 nach weniger als zwei Monaten seines Bestehens mehr als 150 Mitglieder zählte.

Am Sonnabend, den 16. Januar 1956 richtete der Verein gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Lüneburger Heide seine erste Veranstaltung aus. Es fand ein geselliger Heimatabend mit der amtierenden Heidekönigin Editha im bereits lange vorher restlos ausverkauften großen Saal des Central-Hotels statt. Mitwirkende waren auch der Männergesangverein "Harmonie", die Kapelle Sager aus Alt Garge, die Volkstanzgruppe der Landjugend und die Mittelschule.

Zum ersten Vorstand bestimmten die Gründungsmitglieder Herrn Amtsgerichtsrat Richard Brick als 1. Vorsitzenden, Herrn Sparkassendirektor Ludwig Quent als 2. Vorsitzenden, Herrn Stadtdirektor Wilhelm Wagenknecht als Schrift- und Pressewart, Herrn Rittmeister a.D. Hanns Wittwer als Veranstaltungswart sowie Frau Else Sieloff als Kassenwartin.

Stadtdirektor Wilhelm Wagenkencht schied 1957 aus dem Vorstand aus da er ab dem 01. November als Stadtdirektor nach Bevensen gegangen ist wo er in der Folgezeit ganz entscheidend am Aufbau Bevensens zum überregional bedeutenden Kurort gewirkt hat. Für ihn übernahm Frau Carola Muth das Amt der Schrift- und Pressewartin des Vereins.

Ebenfalls 1957 übernahm Herr Lehrer Hans Kröncke das Amt des Kulturwartes, das er bis 1960 bekleidete. Von ihm übernahm der Kaufmann Friedrich C. Daegel 1060 das Amt.

In den ersten Jahren fanden die Veranstaltungen in der Regel im Großen Saal des Central-Hotels, Breite Straße 34, statt. Schon zu dieser Zeit war das Angebot vielfältig und umfaßte u.a. Musikveranstaltungen, Theateraufführungen der Landesbühne Verden, Vorträge und Ausflüge.

1959 konnte die Stadt Bleckede ihren 750. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlaß wurde unter Mitwirkung des Kultur- und Heimatkreises Bleckede und Umgebung e.V. eine heimatgeschichtliche Aussstellung im Schloß eingerichtet.

Eintrittskarte zur Ausstellung in der Heimathalle von 1959
Eintrittskarte zur Ausstellung in der Heimathalle von 1959
Enthüllung von Gedenktafeln zum 750. Stadtjubiläum 1959
Eintrittskarte zur Ausstellung in der Heimathalle von 1959
Gedenktafel am Haus Friedrich-Kücken-Straße 13 für Dr. Hermann Collitz
Enthüllung von Gedenktafeln zum 750. Stadtjubiläum 1959
Gedenktafel am Haus Friedrich-Kücken-Straße 13 für Dr. Hermann Collitz

Die Jahre 1961 bis 1965

Der historische Schlossflügel von 1600 in dem sich die Heimathalle befand
Der historische Schlossflügel von 1600 in dem sich die Heimathalle befand

Anfang der 1960er Jahre wurde von der Stadt Bleckede im Schloß die Heimathalle eingerichtet. Diese wurde am Tag der deutschen Einheit, am 17. Juni 1963 eröffnet und zur Betreuung an den Kultur- und Heimatkreis Bleckede und Umgebung e.V. übergeben. Die Heimathalle wurde von den Bleckedern und ihren Gästen sehr gut angenommen sodaß schon nach etwas mehr als zwei Jahren der 5000. Besucher begrüßt werden konnte.

Ab November 1964 wurde im Rahmen des Zonenrandberatungsdienstes des Niedersächsischen Ministeriums für Bundesangelegenheiten, Vertriebene und Flüchtlinge in der Heimathalle der Beratungspunkt Nr. 1 eingerichtet der fortan als solcher in den Prospekten der Landesregierung geführt wurde und auch finanziell unterstützt wurde.

Der Kultur- und Heimatkreis Bleckede und Umgebung e.V. hat sich in verschiedener Hinsicht an der Ausstattung und der Einrichtung der Heimathalle beteiligt. Fritz Baumgarten hat die Inhalte der Vitrinen mit den vorgeschichtlichen Funden gestaltet. Richard Neugebauer stellte den wesentlichen Teil der Ausstellungsstücke aus dem deutschen Osten zur Verfügung. Aus den Beständen des Vereins kamen auch die Bilder bedeutender Bleckeder Persönlichkeiten sowie wesentliche Teile des Bildmaterials aus Mittel- und Ostdeutschland und der Unterbau des ausgestellten Einbaums.

Geleitet wurde die Heimathalle vom Herrn Amtsgerichtsrat Richard Brick.

1965 löste der Herr Rektor Helmuth Schneider den Herrn Sparkassendirektor Ludwig Quent als 2. Vorsitzenden ab. Im selben Jahr übergab Frau Carola Muth ihr Amt als Schrift- und Pressewartin an Frau Toni-Edelgard Hitschhold, Frau Erika Ebel löste Frau Else Sieloff als Kassenwartin ab und Herr Stadtdirektor Egon Wolter übernahm das Amt des Kulturwartes von Herrn Kaufmann Freidrich C. Daegel..

Impressionen aus Bleckede: Schloß, Hafen, Burgruine, Ortspartie
Impressionen aus Bleckede: Schloß, Hafen, Burgruine, Ortspartie
Impressionen aus Bleckede: Schloßhof, Zonengrenze, Schloßgraben, Breite Straße
Impressionen aus Bleckede: Schloßhof, Zonengrenze, Schloßgraben, Breite Straße

Die Jahre 1966 bis 1970

Programmheft der Saison 1967/1968
Programmheft der Saison 1967/1968

Das zweite Jahrzehnt des Bestehens des Vereins begann mit einem stolzen Rückblick auf die ersten zehn Jahre und die in diesen Jahren geleistete Arbeit. So konnten mehr als 300 Veranstaltungen ausgerichtet werden. Dieses verlangte den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern ein hohes Maß an Zeit und Arbeitskraft ab. Immer wieder zum Bewußtsein kam die Notwendigkeit der Gestaltung eines eigenständigen Kulturlebens zum Ausgleich der nach 1945 durch die willkürliche Ziehung der Zonengrenze entstandenen vielfältigen Nachteile.

Auf- und ausgebaut wurde in dieser Zeit der freundschaftliche Kontakt zum Kreiskulturverband Herzogtum Lauenburg, der besonders auf musikalischem Gebiet eine für alle Seiten sehr angenehme Zusammenarbeit mit sich brachte.

Das Angebot an Veranstaltungen blieb vielfältig und wurde in diesen Jahren trotz der bestehenden Probleme weiter ausgebaut. Regelmäßiger Gast bei Theateraufführungen war nach wie vor die Landesbühne Verden, ebenso unternahm man Fahrten zum Ohnsorg-Theater nach Hamburg oder zum Stadttheater nach Lüneburg. Außerdem wurden Konzerte, Filmabende, Vortragsreihen zu den verschiedensten Themen sowie Ausflugsfahrten angeboten. Als kleine Besonderheit der damaligen Zeit ist ein Auftritt des Bläserquintetts der mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin am 07. November 1966 zu erwähnen.

In das Jahr 1966 fällt ein weiteres für den Verein bedeutendes Ereignis: Am 10. September wird das Kücken-Archiv, das von Herrn Dr. Welter aus Lüneburg bearbeitet wurde, im Rahmen einer Feier übernommen und in der Heimathalle aufgestellt.

Obwohl das Fernsehen in diesen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat konnte der Verein 1966  19 Veranstaltungen ausrichten, die bei leicht rückläufigem Zuspruch immerhin noch von 2.354 Menschen besucht wurden.

Personell fallen in diese Zeit weitere Ablösungen von Vorstandsmitgliedern. Herr Amtsgerichtsrat Richard Brick schied 1967 als 1. Vorsitzender aus, da er nach Northeim versetzt wurde. Zum Abschied wurde Richard Brick zum Ehrenvorsitzenden des KHK gewählt.  Sein Amt des 1. Vorsitzenden übernahm der Rektor Helmuth Schneider, der 1965 bereits Ludwig Quent als 2. Vorsitzenden abgelöst hatte. Das Amt des 2. Vorsitzenden und die Betreuung der Heimathalle übernahm 1967 Herr Stadtdirektor Walter Neumann. 1966 löste der Drogist Otto Ohlendorf den Stadtdirektor Egon Wolter als Kulturwart ab, da dieser Bleckede nach nur einem Jahr wieder verlassen hat. Nach einem weiteren Jahr löste Friedrich C. Daegel dann 1967 Otto Ohlendorf ab und wurde erneut zum Kulturwart gewählt. Ebenfalls 1967 übernahm Frau Gertrud Schlüter das Amt der Schrift- und Pressewartin.

Der in Bleckede geborene Komponist Friedrich Wilhelm Kücken
Der in Bleckede geborene Komponist Friedrich Wilhelm Kücken
Das Kücken-Denkmal 1966 am alten Standort
Das Kücken-Denkmal 1966 am alten Standort

Die Jahre 1971 bis 1975

In der Zeit ab 1970 durchlebte der Verein eine schwierige Phase. Obwohl man auf den konstanten Rückhalt von mehr als 200 Mitgliedern bauen konnte, fehlten ein wenig die Impulse sowie die finanziellen Mittel und das Angebot mußte ausgedünnt werden. Mit dieser Notwendigkeit ging zwangsläufig ein Verlust an Attraktivität einher. So mußten unter anderem die Angebote eigener Theateraufführungen und die Organisation von Lichtbildvorträgen eingestellt werden. In Zusammenarbeit mit Vereinen aus der Umgebung konnte aber wenigstens ein Teil der Theateraufführungen erhalten werden und es konnten zusätzlich auch Ausflüge wie beispielsweise Fahrten ins Zonengrenzgebiet , in den Harz oder nach Lübeck angeboten werden. Konzerte wurden in bewußt kleinem Rahmen und deshalb ohne finanzielles Risiko für den Verein aufgeführt.

1972 gab Helmuth Schneider das Amt des 1. Vorsitzenden ab, Nachfolger wurde Friedrich C. Daegel. Edelgard Pohlmann übernahm das Amt der Kulturwartin. 1975 legte Friedrich C. Daegel dann aus persönlichen Gründen den Vorsitz nieder und stürzte den Verein damit in eine kleine Krise. Der 2. Vorsitzende Walter Neumann leitete die Mitgliederversammlung 1975, auf der sich zunächst kein Nachfolger für den zurückgetretenen Friedrich C. Daegel fand. Da der Verein gemäß Satzung einen Vorsitzenden haben muß, erklärte Erfriede Meyn sich nach langem Zögern bereit, das Amt zu übernehmen. Sie nahm die einstimmige Wahl an und rettete damit den Verein. Auf telefonische Nachfrage aus der Versammlung erklärte H. Scheffler sich bereit, Elfriede Meyn bei der verantwortungsschweren Aufgabe zu unterstützen. 2. Vorsitzender blieb Walter Neumann, Kassenwartin, Erika Ebel, Kulturwartin Edelgard Pohlmann und Schrift- und Pressewartin Gertrud Schlüter.

Die Jahre 1976 bis 1980

Wohnhaus von Friedrich Wilhelm Kücken in Schwerin am Pfaffenteich
Wohnhaus von Friedrich Wilhelm Kücken in Schwerin am Pfaffenteich
Ansichtskarte vom Musikalischen Frühling 1978
Ansichtskarte vom Musikalischen Frühling 1978

In diese Jahre fallen zwei für den Verein bedeutende Ereignisse. 1976 konnte erstmals eine Fahrt nach Schwerin in die "DDR" organisiert werden um die Wirkungsstätte des aus Bleckede stammenden Komponisten Friedrich Wilhelm Kücken zu besuchen. Damals bedurfte eine Reise in den anderen Teil Deutschlands eines größeren Aufwandes und war regelmäßig mit Schikanen durch die ostzonalen Grenzorgane verbunden. Aus heutiger Sicht, wo wir wieder problemlos mit der Fähre über die Elbe nach Neu Bleckede übersetzen können ist das fast unvorstellbar.

Ebenfalls in das Jahr 1976 fällt die Geburtsstunde des Musikalischen Frühlings. Im ersten Jahr nannte sich diese Veranstaltung "Musikalischer Frühling im Schloß Bleckede - Internationale Musiktage 1976". Diese Veranstaltung wurde im Mai 1976 in Zusammenarbeit des Landkreises Lüneburg mit der Stadt Bleckede und dem Kultur- und Heimatkreis Bleckede und Umgebung e.V. im malerischen Bleckeder Schloßhof ausgetragen und zu einem Erfolg, der immerhin 32 Jahre Bestand haben sollte. In den folgenden Jahren gelang es, diese Veranstaltung als eine Art Geheimtip für anspruchsvolle Kulturinteressierte zu etablieren. Das Stammpublikum nahm zum Teil weite Wege in Kauf, um die vielfältigen Musikveranstaltungen in der einzigartigen Atmosphäre des zauberhaften Bleckeder Schloßhofes zu genießen.

1979 gab Elfriede Meyn nach vier Jahren das Amt der 1. Vorsitzenden auf. Ihr Nachfolger wurde der Apotheker Eberhard Naegeli.

Die Jahre 1981 bis 1985

Im Jahre 1983 kommt der bedeutende Schriftsteller Siegfried Lenz kurz vor Weihnachten auf Einladung des KHK erstmals nach Bleckede und liest im Schloß aus seinen Werken. 1983 wird die Heimathalle im Schloß geschlossen und die heimatgeschichtliche Ausstellung im Heimathaus neu eröffnet. 1985 wird die Ausstellung um das deutschlandpolitische Informationszentrum erweitert.

1981 tritt Eberhard Naegeli nach zwei Jahren als Vorsitzender ab. Sein Nachfolger wird Ernst Tipke, der bis 1999 im Amt bleibt.

Das Traditionsgespann der Holsten-Brauerei auf dem Stadtfest 1984 in Bleckede
Das Traditionsgespann der Holsten-Brauerei auf dem Stadtfest 1984 in Bleckede
Stand des KHK auf dem Stadtfest 1984
Stand des KHK auf dem Stadtfest 1984

Am 05. Mai 1984 wird in der 775-jährigen Stadt Bleckede das erste Stadtfest gefeiert. Aus diesem Anlaß kommt das Traditionsgespann der Holsten-Brauerei nach Bleckede. Der Kultur- und Heimatkreis ist auf dem Stadtfest mit einem eigenen Stand vertreten.

Aus Anlaß des 100. Geburtstages des in Bleckede geborenen Dr. Kurt Löwenstein ist der KHK Mitveranstalter einer Festveranstaltung im Schloß Bleckede. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird am 18. Mai 1985 auch die Kurt-Löwenstein-Straße gewidmet. Ehrengäste sind Dyno Löwenstein aus New York sowie Heinz Westphal, Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Leider liegen uns noch nicht alle Daten aus der Geschichte des KHK vor. Wir arbeiten aber daran, diese zu vervollständigen und bitten Sie um Verständnis dafür, wenn das eine oder andere (noch) nicht erwähnt wird. 

Wenn Sie Unterlagen für uns haben oder uns bei der Vervollständigung helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Die Chronik wurde zusammengetragen und bearbeitet von Jens Lohmann.

Als Quellen für Teile der Informationen dienten die verschiedene Ausgaben der Bleckeder Zeitung sowie das Bleckeder Heimatbuch.

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