Das Wetter hätte für die Wanderung kaum besser sein können: überwiegend sonnig, trocken und angenehm temperiert. So wurde die Wanderung durch die wunderschöne Elbmarsch nicht nur landschaftlich, sondern auch geschichtlich zu einem besonderen Erlebnis.
Unter der fachkundigen Führung von Dr. Franz Höchtl und Dr. Karl-Heinz Rehbein ging es zu den historischen Elbdurchstichen zwischen Bleckede und Radegast. Dabei erfuhren die Teilnehmer viel über ein außergewöhnliches Kapitel der Elbgeschichte. Dr. Höchtl ergänzte die historischen Ausführungen mit interessanten Informationen über die besondere Flora und Fauna der Elbmarsch. Die beiden Elbdurchstiche gelten als die ältesten dokumentierten Flussdurchstiche an der Elbe. Sie haben die Landschaft rund um Bleckede nachhaltig verändert und prägen die Elbmarsch bis heute.
Der erste historisch belegte Elbdurchstich wurde erforderlich, weil die Elbe ihren Hauptstrom immer weiter nach Westen verlagerte und damit die im 13. Jahrhundert angelegte Deichlinie massiv unter Druck setzte. Am Deichfuß erreichte das Wasser schließlich eine Tiefe von bis zu elf Metern – die Gefahr verheerender Deichbrüche und einer dauerhaften Überflutung der Elbmarsch war groß.
Um diesen Druck zu verringern, wurde 1590 eine große Stromschleife künstlich durchstochen. Dadurch konnte der Elbverlauf verändert und die gefährdete Deichlinie entlastet werden. Es entstand unterhalb von Bleckede die „Alte Elbe“ als abgetrenntes Altwasserbett. 1639 folgte der zweite Durchstich des Radegaster Hakens.
Besonders spannend: Zwischen dem ersten Elbdurchstich und dem später entstandenen Altarm lag einst das Dorf Tune – ein Ort, der heute vollständig verschwunden ist. Eine historische Zeichnung machte diese längst vergangene Siedlung für die Wanderteilnehmer wieder sichtbar.





